amnesty international

Amnesty International - Gruppe 1619
München-Obersendling

Amnesty International (ai) ist eine weltweite Mitgliederorganisation, die sich unabhängig von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen für die Durchsetzung der Menschenrechte einsetzt. Auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich ai gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit.

Das Mandat von ai wurde ständig erweitert, so daß sich ai heute nicht nur für die Einhaltung der politischen, sondern auch der wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechte in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte einsetzt.

Allein in München gibt es 21 ai-Gruppen. Sehr viele von ihnen sind auf Themen spezialisiert, z. B. gegen Folter und Todesstrafe oder z. B. auf Frauenthemen. Es gibt auch eine Jugend- und eine Hochschulgruppe. Nicht alle Mitglieder von ai gehören einer Gruppe an, viele arbeiten auf sich gestellt.   

Unsere Gruppe ist nicht auf ein Thema spezialisiert, sondern wir arbeiten zu wechselnden Themen, die wir uns aussuchen können, z. B. zu einer gerade laufenden Kampagne. Längerfristig ist die Übernahme von amnesty-Fällen. Wir haben schon zu vielen Ländern gearbeitet, um nur einige zu nennen: Indien, Sudan, Tansania, Sri Lanka + Myanmar (Burma). Ein burmesischer Gefangener wurde zu unserer großen Freude 1999 freigelassen. Von 2001 bis 2011 betreuten wir die Fälle von 3 libyschen Gefangenen. Nach dem Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi 2011 gab es für uns keinen Ansprechpartner mehr in Libyen. Das Land wurde von Milizen beherrscht. Seit 2011 hatten wir die Fälle des Studenten Sanjiv Kumar Karna und 4 Freunden in Nepal übernommen. Sie waren „verschwunden“, später wurde klar, sie waren ermordet worden.

Seit 2014 haben wir einen neuen Einzelfall, übernommen, zusammen mit anderen Gruppen. Der Fall hat ein großes Medienecho ausgelöst. Raif Badawi, 31 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder, aus Saudi Arabien. Seit dem 17.06.2012 ist er inhaftiert, weil er ein Online-Forum zur Diskussion politischer und sozialer Themen gründete mit dem Namen „Saudi Arabien Liberals“. Er hat regierungskritische Artikel und Blogs verfasst, darunter auch einen  satirischen Artikel über die Religionspolizei, was ihm eine Anklage wegen Apostasie (Abfall vom islamischen Glauben) einbrachte, in Saudi Arabien mit Todesstrafe geahndet. Mehrere Gerichte waren mit dem Fall Badawi befasst, zuletzt kam es zu dem Urteilsspruch: 10 Jahre Haft, 1.000 Peitschenhiebe und eine Million Saudi-Riyal = 195.000 Euro Geldstrafe; im Anschluss ein Ausreiseverbot für 10 Jahre. Seine Frau emigrierte mit den Kindern nach Kanada und bekam dort Asyl.

Unsere Gruppe trifft sich regelmäßig alle vier bis fünf Wochen dienstags in den Gemeinderäumen der Evangelischen Passionskirche, Tölzer Str. 17. Vielleicht möchten Sie mitarbeiten oder uns finanziell unterstützen? Lassen Sie es uns wissen.
Sie erreichen uns unter: Ortrud Kendlbacher Tel.: 089/ 723 63 86 oder per e-mail:  anna47hoff@web.de